Taxibetreiber kommt ins Schwärmen

Badische Neueste Nachrichten | Baden-Baden | BADEN-BADEN | 03.02.2017
Von unserer Mitarbeiterin Christiane Krause-Dimmock

Elektrofahrzeuge sind Thema beim jüngsten Energietisch / Das Interesse ist groß

AUF GROSSES INTERESSE sind beim „Energietisch“ Elektrofahrzeuge gestoßen. Für Privatleute immer noch Luxus, fürs Gewerbe aber durchaus schon heute eine Alternative.

Baden-Baden. Für den Privatmann sind die Elektrofahrzeuge fürs Erste kein Thema, lautet die offene Einschätzung von Max Nastold. Beim jüngsten Energietisch der Stadtwerke drehte sich alles um diese Fortbewegungsmedium, über deren aktuellen technischen Stand, Ladeinfrastruktur und Wirtschaftlichkeit Nastold aus der Sicht der Firma e-Motion Line informierte.

Ganz trocken war die Info-Veranstaltung im Alten E-Werk jedoch nicht. Eine ganze Fahrzeugflotte nebst ihrer Besitzer sorgten für einen praxisbezogenen Einstieg, bevor es drinnen ans – theoretische – Eingemachte ging. Regelrecht ins Schwärmen geriet Sebastian Holl. Das gleichnamige Taxiunternehmen unterhält neben einem Nissan auch einen Tesla in seiner Flotte. Eine tolle Sache, schwärmt Holl, der seit einem Jahr mit dem Edelflaggschiff Marke Tesla Erfahrungen sammelt. Eine pfiffige Sache sei das schon, berichtet er von der geballten Leistung, die den Wagen in nur 3,9 Sekunden auf 100 Kilometer beschleunigen kann. Und wenn er steht, dann steht er – ohne Verbrauch, schwärmt er. Das wiederum sei ein ganz wesentlicher Vorteil, wie sich auch bei den Vorträgen im Nachgang immer wieder zeigte. Denn während ein solcher Wagen für die private Nutzung eher Luxus sei, weil der über den Daumen das Doppelte koste, aber nur die Hälfte biete, wie Nastold grob zusammenfasste, ist er für verschiedene Geschäftszweige optimal geeignet. Zusteller beispielsweise, die nur kurze Strecken fahren und wieder bei laufendem oder gar neu zu startendem Verbrennungsmotor starten, sollten sich näher mit dem Thema befassen.

Ein großes Handicap sei allerdings das Laden. Während Tesla für seine Fahrer in Abständen von rund 100 Kilometer sogenannte Supercharger vorhält, die in einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne die Batterie füllen, muss alles andere gut geplant werden. In Baden-Baden sei man dran an der Sache, erklärte Martin Weßbecher von den Stadtwerken.

Ganz leicht war der Einstieg tatsächlich nicht, bestätigte er, dass die Stadtwerke hier inzwischen Hand anlegen und die Weichen in Richtung Zukunft stellen. Die ursprünglich von den EnBW installierten Säulen bescherten verschiedentlich Ladeprobleme. Die Stadtwerke nahmen sie vom Netz und installierten sechs neue, die schon im ersten Jahr doppelt so viele Ladeeinheiten verzeichneten, als zuvor.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange längst noch nicht erreicht. Seit Dezember werden auch in den Parkhäusern Kurhaus, Kongresshaus, Vincenti und Festspielhaus entsprechende „Zapfsäulen“ installiert.

Damit lasse sich ganz gut leben, verweist Sebastian Holl darauf, dass geplant werden müsse. Längere Strecken wie mal eben zum Frankfurter Flughafen und retour, das wäre allerdings noch immer ein Problem.