"Energietisch" der Stadtwerke Baden-Baden zum Thema Elektromobilität im Alten E-Werk

Badisches Tagblatt vom: 03.02.2017
Von Christian Rapp

Ein verheißungsvoller Blick in die Zukunft

Baden-Baden - Ladeinfrastruktur, Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit für die Unternehmen: Der "Energietisch" bei den Stadtwerken Baden-Baden stand am Mittwoch ganz im Zeichen der Elektromobilität. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Alexander Uhlig lauschten die teilnehmenden Unternehmen im Alten E-Werk den Vorträgen einiger Experten.

Der "Energietisch", der vierteljährlich stattfindet, ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Baden-Baden, der Energieagentur Mittelbaden (KEFF) sowie der Wirtschaftsregion Mittelbaden. Claus Haberecht, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Mittelbaden, führte durch das Programm. "Der Energietisch hat mittlerweile eine lange Tradition, seitdem er im Dezember 2012 ins Leben gerufen wurde", sagte Uhlig. Die Veranstaltung sei "eine interessante Plattform für Unternehmen und Kommunen". Das Thema Elektromobilität habe "nicht zuletzt wegen der Abgasskandale und der staatlichen Fördermöglichkeiten" an Aktualität gewonnen, meinte Haberecht.

Im Anschluss hatten die Referenten das Wort. Max Nastold von dem Karlsruher Unternehmen e-motion line informierte über den aktuellen technischen Stand der Elektromobilität und wagte zugleich einen Blick in die Zukunft. Durch immer weitere Produktionskapazitäten werde in Zukunft der Preis der Batterien fallen, so Nastold. Zudem werde die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut, nicht zuletzt auf Initiative der Energieversorger.

Einen Einblick in die Ladeinfrastruktur der Kurstadt gab Martin Weßbecher von den Stadtwerken. Man habe 2010 angefangen, sich Gedanken über die Elektromobilität zu machen. Zwei Jahre später seien zehn Elektroladesäulen in Kooperation mit der EnBW aufgestellt worden, die man 2015 erneuert habe. "Zudem wird es in vier Parkgaragen weitere Ladepunkte geben." In der Festspielhaus-, Kurpark-, Kongresshaus- und Vincentigarage könne man kostenfrei sein Auto aufladen. Momentan seien auf den Baden-Badener Straßen 158 Hybridfahrzeuge und 43 "reine" Elektrofahrzeuge unterwegs.

Jonas Massing von der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg erläuterte den Teilnehmern Möglichkeiten zur staatlichen Förderung. Über seine bisherigen Erfahrungen mit Elektroautos referierte Patrick Buchholz, Geschäftsführer der Textilpflege und Mietservice Buchholz aus Sandweier. "Ich möchte es nicht mehr missen. Natürlich muss man Mut auf Neues haben, wenn man sich auf Elektromobilität einlässt", erklärte Buchholz und zählte Vorteile wie geringe Wartungskosten, reduzierte Lärmemission und Befreiung von der Steuer auf. "Zudem fallen die Abgasmessungen weg. Ich freue mich schon auf die blaue Plakette."

Markus Falk, Flottenverantwortlicher beim Software-Hersteller SAP, berichtete über den Einzug der Elektroautos im Unternehmen. Mittlerweile habe SAP 200 Ladesäulen in Deutschland errichtet. Von den 16100 Firmenwagen seien für dieses Jahr 500 elektrische vorgesehen. Noch sei es "ein Invest", verdeutlichte Falk, das sich "mit der Zeit aber rechnen" werde. Bei einer Fragerunde standen die Experten den Gästen Rede und Antwort.